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Foto: "Pferd auf Koppel", Foto Datum: September 2007
Das Haus- und Wildpferd, der Wild- und Halbesel und das Zebra gehören zur
Familie der Pferde (Einhufer) innerhalb der Ordnung der Unpaarhufer.
Sie sind auf allen Kontinenten beheimatet und dienten
den Menschen bei ihrer Verbreitung.
Die Domestikation der "Ur-pferde" zu unseren Hauspferden soll vor
ca. 3000 Jahren im Fernen Osten begonnen haben. Bis vor
ca. 100 Jahren galten sie als unverzichtbare Nutztiere,
die dem Menschen das Weiterkommen sicherten.
Daher auch der Ausspruch: "Das Glück dieser Erde liegt auf dem
Rücken der Pferde". Einen schweren Einbruch in ihrer
wirtschaftlichen Wertigkeit und den damit sinkenden
Beständen erlebten sie im Zuge der Motorisierung,
die bis heute anhält und oftmals bis zu ihrer
Bedeutungslosigkeit führte.
Zahlreichen Liebhabern ist es zu verdanken,
daß "nicht gebrauchte Pferde-rassen"
heute noch am Leben sind.
Bild: "junges Pferd" [Bild Datum: Januar 2008]
Die Größe der Pferde variiert je nach Rasse von 70 cm bis zu 210 cm
und wird am Widerrist (Schulter) gemessen. Ebenso gibt es ein
"Fliegengewicht" mit 90 kg und "Kolosse", die bis zu 1200 kg
auf die Wage bringen. Pferde schlafen fast immer im
Stehen, das gewährleistet ihnen eine blitzartige Flucht.
Sollten sie dennoch einmal im Liegen schlafen, so können sie in
sekundenschnelle aufstehen und wegrennen. Pferde sind
Herdentiere. Sie suchen in der Gemeinschaft Schutz vor
ihren Feinden und flüchten bei Gefahr gemeinsam.
In Freiheit leben sie in Herden zusammen, die meist von einer Leitstute
und einem Leithengst geführt werden. In diesem Herdenverband
leben noch weitere Stuten mit ihren Fohlen und Jungtiere.
Wenn die heranwachsenden Hengste im Alter von
12 - 20 Monaten geschlechtsreif werden,
müssen sie die Gruppe verlassen.
Sie schließen sich dann mit
anderen jungen Hengsten
zusammen und bilden
Jungverbände.
Man unterscheidet zwischen Hengst (männliches Pferd) - Wallach
(kastrierter Hengst), Stute (weibliches Pferd) und Fohlen (junges Pferd).
Die häufigsten Fellfarben nennt man:
Rappen
(schwarzes Fell, schwarze Mähne + Schweif)
Braune
(rötliches bis braunes Fell, schwarze Mähne + Schweif)
Füchse
(bräunliches, rötliches oder gelbes Fell mit gleicher Mähne + Schweif)
Falbe
(gelbbraunes bis hellbraunes Fell, dunkelbraune/schwarze Mähne + Schweif)
Bei Schimmel, Schecke, Isabell und Albino handelt es sich nicht
um eine Farbe des Felles, sondern um eine Farbveränderung
bzw. Färbung der o. g. vier Fellfarben.

Abbildung: "Pferd auf Koppel", [Abbildung Datum: September 2007]
Echte Wildpferde
Die letzten echten Wildpferde sind die Przewalski-Pferde, auch
Takhi-Pferde genannt. Ursprünglich stammen sie - zusammen
mit dem im 18. / 19. Jahrhundert ausgestorbenen Tarpan -
aus Asien. Die Przewalski-Pferde gelten als die letzten
lebenden Vorfahren unserer heutigen Hauspferde.
Allerdings sind auch sie seit 1965 in der freien
Wildbahn ausgestorben.
Es gibt noch kleinere Herden dieser Pferde in Freigehegen oder Zoos
zu sehen. So z. B. im "Wisentgehege in Springe". Es werden auch
immer wieder Versuche unternommen, diese "Urpferdeart"
in ihrer Heimat - der Mongolei - anzusiedeln. Seit 1990
wurden zahlreiche Tiere u. a. nach Takhin-Tal im
Südwesten der Mongolei gebracht.
Doch der Erfolg ist mäßig, da sich die Tiere mit Parasiten infizieren,
schnell erkranken und sich nicht vermehren. Als Grund für diese
Erkrankung sehen die Wissenschaftler einen von Zecken
übertragenen Parasiten. Diese Blutparasiten können
bei erhöhtem Streß, welchem die Tiere bei der
Ansiedlung unterliegen, zum Tode führen.
Eine internationale Stiftung kümmert
sich seit 1999 mit medizinischem
Fachpersonal um die Betreuung
und hat sich zum Ziel gesetzt,
dieses Problem zu meistern.
Fotografie: "heimische Pferde auf Koppel", [Fotografie Datum: September 2007]
Verwilderte Pferde
Als verwilderte Pferde bezeichnet man entflohene Abkömmlinge
von Hauspferderassen. Eines der bekanntesten
"unechten Wildpferde" ist der Mustang -
das Pferd der Indianer.
Ihre Vorfahren - die Pferderassen Araber und Berber - kamen
mit den spanischen Eroberern nach Nord- und Südamerika.
Dort entflohen einige dieser Tiere und verwilderten.
Im Jahr 2000 verwaltete das U. S. - "Bureau for
Land Management" (Umweltschutzbehörde)
noch über 40.000 dieser Tiere.
Um den Bestand zu regulieren, werden regelmäßig umstrittene Maßnahmen
ergriffen, die bei Tierschützern auf Protest stoßen. Weitere verwilderte
Pferderassen sind:
Brumby, das Camargue-Pferd, das DülmenerWildpferd
(ca. 300 frei lebende Exemplare sind im MerfelderBruch bei 48249 Dülmen zu sehen), das
Sable-Island-Pferdund das
Namibische-Wildpferd.
Umstritten ist die Abstammung der
Exmoor-Ponys. So behaupten Wissenschaftlereinerseits, daß diese Tiere zu den verwilderten Pferden gehören, wiederum
gibt es Berichte, daß es sich um die echten Wildpferde Europas handelt.
Unterstützt wird diese These vom Aussehen dieser Tiere. Ihre kleine,
robuste Gestalt ähnelt sehr den Abbildungen aus der steinzeitlichen
Höhlenmalerei und läßt die Vermutung zu, daß diese Ponys die
Eiszeit überlebt haben und reinrassig geblieben sind. Sicher ist,
daß diese kleinen Pferde aus England stammen und es derzeit
noch ca. 1000 Exemplare gibt. Leider ist der Bestand aller
"Wildpferde" sehr zurückgegangen, da nur noch wenig
freie Flächen zur Verfügung stehen und die Bestände
auch weiterhin sinken bzw. aussterben, wenn keine
Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Foto: "helles Pferd auf Koppel", [Bild Datum: September 2007]
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